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Hamburg Neugraben-Fischbek: Ein historischer und naturverbundener Stadtteil

Avatar of Oliver WagnerOliver Wagner - 17. Oktober 2022 - Hamburg

 

In der Vergangenheit galt Hamburg Neugraben-Fischbek als Problemviertel. Allerdings sorgen nun zahlreiche Neubaugebiete, die historische Altstadt und die wunderschöne Natur dafür, dass sich das Image des Stadtbezirks maßgeblich wandelt.

Hinsichtlich seiner Fläche handelt es sich bei Neugraben-Fischbek um einen der größten Stadtteile der Elbmetropole. Zu finden ist dieser im äußeren Südwesten der Stadt und genießt insbesondere für seine beeindruckende Natur große Bekanntheit. Den Ruf als Problemviertel konnte Neugraben-Fischbek allerdings noch nicht vollkommen ablegen.

Dennoch: Das Image von Neugraben-Fischbek verbessert sich kontinuierlich. Zurückführen lässt sich dies vor allem auf zahlreiche Neubaugebiete, welche sich zum Teil noch im Bau befinden, wie zum Beispiel die Vogelkamp-Siedlung. Besonders Familien liebäugeln so nun immer häufiger mit dem Stadtteil. Zum Ende des Jahres lebten bereits über 32.000 Einwohner in Neugraben-Fischbek – Tendenz steigend.

Die Geschichte von Neugraben-Fischbek

Erwähnt wurde Neugraben zum ersten Mal im Jahr 1510. Im Jahr 1522 wurde dann auch Fischbek genannt. Der Name Neugraben geht darauf zurück, dass 30 Bauern im Jahr 1650 das Moor entwässerten und dort Gräben anlegten. Im Jahr 1881 fand dann die Verlegung der neuen Eisbahnlinie Harburg-Cuxhaven statt – ab diesem Zeitpunkt spielte Neugraben sowohl für Gewerbe als auch für Industrie eine bedeutende Rolle.

Die Stadtteile Fischbek und Neugraben waren zu Beginn noch getrennt. Die Zusammenfassung fand erst im Jahr 1951 statt. Auf dem Weg von Hamburg nach Stade stellt die Haltestelle Fischbek/Sandbek die letzte Station der Hamburger S-Bahn im Stadtgebiet dar.

Die Geschichte des Stadtteils können Besucher seit dem Jahr 2016 auch anhand von 50 historischen Foto-Paletten auf der Fußgängerterrasse des SEZ, des Süderelbe Einkaufszentrums, nachvollziehen.

Wunderschöne Natur und der höchste Berg in Hamburg

Gelegen ist Neugraben Fischbek an den Ausläufern des Alten Lands. Bei diesem handelt es sich um das größte europäische zusammenhängende Obstanbaugebiet. Die Fischbeker und Neugrabener Heide bilden gemeinsam das zweitgrößte Heidegebiet der Bundesrepublik.

Direkt an der niedersächsischen Grenzen findet sich auch der Hasselbrack. Dieser stellt den höchsten Berg Hamburgs dar – und zwar mit 116 Metern. Von diesem wird somit sogar die Elbphilharmonie um drei Meter überragt.

Die Fischbeker Heide umfasst insgesamt 773 Hektar. Größer ist in Deutschland nur noch die Lüneburger Heide, die im Süden an die Fischbeker Heide angrenzt. Der Heidschnuckenweg verläuft durch beide dieser Heidegebiete. Im Jahr 2014 wurde dieser außerdem zu dem schönsten Wanderweg der Bundesrepublik gekürt.

Der Sandweg findet seinen Anfang an der Straße Scharlbarg und zieht sich durch eine Landschaft mit sanften Wellen, Kratteichen, Wachholder und Heide. Die Mischwälder, Hügelketten und Sanddünen bilden sowohl die perfekte Kulisse für einen gemütlichen Spaziergang wie auch für eine anspruchsvolle Rad- oder Wandertour.

Besucher können in einer der Reetdachkaten außerdem zahlreiche wissenswerte Informationen über die Heide erlangen, die Heidschnuckenherde bestaunen, fleißige Bienenvölker beobachten oder ausgestopfte Eulen und Wiesel bewundern. Der Archäologische Wanderpfad ist vor allem für Geschichtsinteressiere zu empfehlen. Dieser verläuft entlang von beeindruckenden Steinzeit- und Bronzegräbern.

Das Neubaugebiet Vogelkamp

Zu einem Teil ist der Stadtteil Neugraben-Fischbek von seinen historischen Bauten geprägt. Gegensätzlich dazu zeigt sich jedoch der Bereich hinter dem Bahnhof Neugraben. In der Vergangenheit war dort ausschließlich die moorige Feldmark zu finden. Heutzutage wächst auf dem Gebiet jedoch die Wohnsiedlung Vogelkamp immer weiter an. In Planung war dieses Bauprojekt bereits lange Zeit, allerdings sorgten Proteste dafür, dass die Realisierung immer wieder verschoben wurde.

Die Wohnsiedlung soll insgesamt 1.500 Wohnungen sowie Schulen und eine Kita umfassen. Aktuell sind in dem Neubaugebiet in Neugraben-Fischbek jedoch noch zahlreiche Kräne und Bagger zu finden. Entstanden ist das Bauprojekt im Übrigen im Zuge der Internationalen Bauausstellung IBA, welche das Thema „Naturnahes Wohnen“ behandelte.

Das historische Dorfzentrum von Neugraben

Das Zentrum von Neugraben-Fischbek erinnert an längst vergangene Zeiten. Das Neugrabener Dorf rund um die Francoper Straße weist wunderschönes Kopfsteinpflaster auf. Zu finden sind in dem historischen Stadtkern außerdem zahlreiche Bauernhöfe mit Reetdächern, historische Scheine und Katen, die aus dem 17. sowie dem 18. Jahrhundert stammen. Umsäumt wird dies alles von alten Bäumen, welche um die Hufnerhöfe herumstehen. Die Hufnerhöfe stehen unter Denkmalschutz.

Diejenigen, die Neugraben-Fischbek besuchen, sollten unbedingt einen Abstecher in das Lokal „Zur Börse“ im schönsten der Hufnerhöfe machen. Dort können sie sich mit traditioneller Hausmannskost verwöhnen lassen. Das ehemalige Rauchhaus ist in der Ulenflucht zu finden. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde in diesem noch regelmäßig geräuchert. Die Kneipe „Donnerwetter“ im Ortskern stellt den Treffpunkt der Neugrabener dar, um den Abend in geselliger und angenehmer Atmosphäre ausklingen zu lassen.

Leben und arbeiten in Neugraben-Fischbek

Im Zentrum von Neugraben-Fischbek wurde im Jahr 2006 eine Kaufland-Filiale eröffnet. Daneben sind in dem Ortsteil jedoch noch viele andere Geschäfte zu finden, wie unter anderem eine unabhängige Buchhandlung und ein Bioladen.

Große Industriegebiete sind in Neugraben heute nicht mehr ansässig. Allerdings sind Werke im nahegelegenen Hausbruch von Mercedes-Benz, tesa und der Holsten-Brauerei zu finden. Im Landkreis Stade liegt außerdem die benachbarte Gemeinde Neu-Wumstorf. Diese erfreut sich bei den Menschen, die in Neugraben-Fischbek leben, einer außerordentlich großen Beliebtheit zum Einkaufen und Arbeiten.

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